Hungaroring 2018

Hungaroring

Streckenlänge: 4 381m

Hungaroring Sport Zrt.
H-2146 Mogyoród, Pf. 10.

Telefon: +36 28 444 444
Telefax: +36 28 441 860

http://www.hungaroring.hu

ERGEBNISSEGESAMTWERTUNG

Jochen Hahn baut Vorsprung in der Truck-EM weiter aus

Vor insgesamt 34.000 fand auf dem Hungaroring nahe der ungarischen Hauptsstadt Budapest der 2. Lauf zur FIA European Truck Racing Championship statt. Nachdem es am Donnerstag – dem Aufbautag für die Teams – noch wie aus Eimern geschüttet hatte, war der Wettergott anschließend gnädig mit den Truckracern. An den Wettkampftagen blieb es trocken, am Sonntag herrschte gar hochsommerliches Wetter mit Temperaturen bis zu 33 Grad Celsius bei fast 60 Grad heißem Asphalt.

Die VIP- und Presse-Fahrten am Freitag sowie das einstündige Zusatztraining gab den Teams Gelegenheit, noch einmal unterschiedliche Setups auszuprobieren.

Beim Team Hahn Racing hatte man offensichtlich die richtige Auswahl getroffen. In der SuperPole fuhr Jochen mit seinem Iveco hinter dem tschechischen Titelverteidiger Adam Lacko (Buggyra Freightliner) gleich auf den 2. Startplatz, gefolgt vom Engländer Ryan Smith (MAN) und dem ungarischen Lokalmatadoren Norbert Kiss (Mercedes).

Den Start beim anschließenden ersten Rennen gewann Polesetter Lacko, doch klebte Jochen beinahe an der Stoßstange des Freightliners. Einen kleinen Moment der Unachtsamkeit beim Tschechen nutzte Jochen gleich, um vorbeizuziehen und die Führung zu übernehmen. Nach einer kurzen Berührung zwischen Kiss und Lacko, fiel der Freightliner zurück, geriet noch einmal in ein Gerangel mit Smith und kam schließlich als Neunter ins Ziel. Der vierfache Champion aus Altensteig fuhr dagegen den 3. Sieg in der laufenden Saison ein.

Hinter Kiss kam Steffi Halm, Jochens Teamkollegin bei „Die Bullen von Iveco Magirus" auf den 3. Platz. So gewann das Team auch die Teamwertung eindeutig.

Vierter wurde André Kursim (Iveco), Sechster René Reinert (MAN), sodass beim Zieleinlauf drei Ivecos unter den Top-4 und insgesamt vier in den Hahnschen Werkstätten gebaute Renntrucks unter den sechs Erstplatzierten lagen.

Anschließend bekam Smith, ursprünglich Siebter, eine Zeitstrafe von insgesamt einer Minute, wodurch der Engländer für das zweite Rennen ans Ende des Starterfeldes verbannt wurde. Lacko kam so noch auf den 8. Platz, was nun – infolge der umgekehrten Startaufstellung im 2. Tagesrennen – die Pole für den Tschechen bedeutete; Jochen ging vom 8. Startplatz aus ins Rennen.

Lacko ließ sich diesmal nicht die Butter vom Brot nehmen, übernahm gleich die Führung und gab sie bis zum Zieleinlauf auch nicht mehr ab. Zweiter wurde Reinert vor Steffi Halm. Jochen konnte zwei Plätze gutmachen und passierte die Ziellinie auf Platz 6. Für das Team „Die Bullen von Iveco Magirus" brachte das erneut ein Podium in der Teamwertung; diesmal war es der 2. Platz.

Der Sonntag begann ausgesprochen verheißungsvoll. Überlegen fuhr Jochen die Pole für das erste Tagesrennen heraus. Ebenso überlegen war sein anschließender Start-Ziel-Sieg. Smith und Lacko belegten die weiteren Podiumsplätze. Hinter Kiss fuhr Steffi auf Platz 5 – für „Die Bullen von Iveco Magirus" hieß das erneut Gewinn der Teamwertung.

Das Schlussrennen verlief für die beiden Ivecos dann nicht mehr ganz so, wie man sich das eigentlich erhofft hatte. Jochen startete erneut vom 8. Platz aus. Die Pole hatte MAN-Pilot Sascha Lenz vor seinem Team- und Markenkollegen Reinert. Das Duell an der Spitze war ganz eng, doch einen kleinen Fehler seines jungen Teampartners nutzte Reinert, um in Führung zu gehen. Unangefochten brachten die beiden MAN-ler dann den Doppelsieg für ihr Team nach Hause.

Um den 3. Podiumsplatz wurde dagegen hart gefochten. Steffi Halm hatte zwischenzeitlich einen kräftigen Schlag auf die hintere Stoßstange bekommen, sodass anschließend harte Metallteile auf die Hinterreifen drückten. Kurzfristig war Jochens Teamkollegin bis ins hintere Mittelfeld zurückgefallen. Mit qualmenden Reifen konnte sie sich dann aber wieder auf Platz 9 vorkämpfen.
Jochen erging es allerdings noch ärger. Dabei sah es bis kurz vor Schluss gar nicht so schlecht aus. Der Altensteiger hatte sich schon bis auf den 5. Platz vorgekämpft und beobachtete Kiss und Lacko, die verbissen um den 3. Platz kämpften und sich nur noch eine gute Wagenlänge vor ihm befanden. Sollte sich eine Chance ergeben, könnte er gleich an den beiden Kampfhähnen vorbeiziehen; wenn sich zwei streiten, freut sich bekanntlich der Dritte.

Doch dann kam es ganz anders: Ein technisches Problem an seinem Iveco zwang Jochen in der drittletzten Runde zur Aufgabe.

Darüber konnte auch kaum hinwegtrösten, dass er anschließend – wie schon am Samstag – für die schnellste Rennrunde des Tages ausgezeichnet wurde.

In der FIA-Fahrerwertung konnte Jochen seine Führung weiter ausbauen. Er hat jetzt 95 Punkte gefolgt von den punktgleichen Steffi Halm und Kiss (je 64), Lacko (58), Lenz (54) und Reinert (47).

Am Sonntagabend meinte Jochen, „Trotz dieses Pechs im letzten Rennen kann ich mich nicht beklagen. Andere haben noch mehr Pech gehabt. Ich habe schon vorher gesagt, die Leistungsdichte ist enorm. Eigentlich haben rund zehn Fahrer, beziehungsweise eine Fahrerin und neun Fahrer Podiumspotential. Mit vier Siegen in den wichtigen 20-Punkterennen bin ich bisher ausgesprochen gut weggekommen, da kann ich auch einen Ausfall im zweiten Tagesrennen mit der halben Punktzahl gut verkraften. Jetzt freuen wir uns erst einmal auf das Heimrennen am Nürburgring. Die Erwartungshaltung der Fans wird sehr hoch sein. Ich hoffe, sie erfüllen zu können."

Der Truck Grand Prix am Nürburgring, der 3.Lauf der FIA Truck-Racing-Europameisterschaft, findet vom 29. Juni bis 1. Juli statt.

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