Hungaroring 2017

Hungaroring

Streckenlänge: 4 381m

Hungaroring Sport Zrt.
H-2146 Mogyoród, Pf. 10.

Telefon: +36 28 444 444
Telefax: +36 28 441 860

http://www.hungaroring.hu

ERGEBNISSEGESAMTWERTUNG

Jochen Hahn mit zwei Podiumsplätzen am Hungaroring

Nach einer knapp sechswöchigen Sommerpause ging es nun am Hungaroring nahe der ungarischen Hauptstadt Budapest mit dem 5. Lauf in die zweite Hälfte der diesjährigen FIA European Truck Racing Championship.
Vor insgesamt 32.000 Zuschauern wurde es in jeder Hinsicht ein heißes Wochenende. Das Thermometer zeigte bis zu 39 Grad im Schatten, die Piste heizte sich auf bis zu 56 Grad auf. Erfrischender Wind war Mangelware. Dennoch lieferten sich die Truckracer auch ausgesprochen heiße Rennen. Am Freitag ging es mit den Presse- und VIP-Fahrten und den Freien Trainings noch etwas gemächlicher zu; am Samstagvormittag wurde es dann ernst.
Die erste Pole holte sich ziemlich überlegen Mercedes-Pilot Norbert Kiss. Der Lokalmatador kennt am Hungaroring allerdings auch fast jeden Stein, er könnte die Strecke beinahe im Schlaf fahren. Jochen Hahn sicherte sich mit seinem Iveco-Rennruck den 2. Startplatz, gefolgt von Steffi Halm (MAN) und dem Tschechen Adam Lacko (Buggyra Freightliner).
Im anschließenden Rennen hatte Jochen einen recht guten Start, dennoch war es nicht möglich, an Kiss vorbeizuziehen. Da auch von hinten keine Gefahr drohte, verzichtete Jochen auf weitere Attacken, sondern gab sich mit dem zweiten Platz zufrieden. Dritte wurde Steffi Halm vor Lacko (CZ), den beiden MAN-Piloten Sascha Lenz (D) und Ryan Smith (GB), Hahns Kollegen vom Team „Die Bullen von Iveco-Magirus“ Gerd Körber (D) und dem zweiten Buggyra-Piloten David Vršecký (CZ). Mit dem 8. Platz sicherte sich der Tscheche die Pole für das 2.Tagesrennen.
Vršecký übernahm sogleich die Führung, gefolgt von seinem Teamkollegen Lacko, der vom 8. Startplatz nach vorn geschossen kam. Auch Jochen hatte gleich drei Plätze gutmachen können und lag hinter dem Teamkollegen Körber auf dem 4. Platz. Nach nicht einmal einem Drittel des Rennens konnte der Altensteiger an Körber und Vršecký vorbeiziehen und – mit den schnellsten Rennrunden – auch wieder zu dem schon enteilten Lacko aufschließen. Immer mal wieder setzte Jochen zum Überholen an, wollte aber auch nicht zu viel riskieren, letztendlich ging es ja auch nur um einen Punkt. So holte sich der Iveco-Pilot ein weiteres Mal an diesem Tag den 2. Podiumsplatz.Beim Fight um den dritten Podiumsplatz ging es dagegen wesentlich heftiger zu Sache. Schließlich setzte sich Smith fast schon auf der Ziellinie in einem gewagten Manöver gegen Vršecký durch und holte sich so den dritten Platz noch vor Vršecký und Steffi Halm. Jochens Teamkollege Körber fuhr auf dem 8. Platz ein. Wie schon im vorherigen Rennen gab es so für „Die Bullen von Iveco Magirus“ ein weiteres Mal den 2. Platz in der Teamwertung.
Am Sonntag holte sich Kiss, wie bereits am Vortag, die Pole für das erste Rennen. Den zweiten Startplatz sicherte sich Lacko vor Steffi und Jochen. Erneut erwarteten die ganz auf Kiss gepolten, ja schon enthusiastischen Fans einen Sieg ihres Idols, doch das Startduell gewann Lacko. Danach entwickelte sich ein ungeheuer spannender Zweikampf um den Sieg, den der Tscheche am Ende knapp gewann.
In einer Linie mit Steffi und Albacete ging Jochen nach dem Start in die erste Kurve. Dabei geriet er etwas weit nach außen, kam dann sogar noch leicht von der Piste ab, und fiel so auf Platz 5 zurück. Während Steffi Halm relativ unbehelligt ihren 3. Platz ins Ziel fahren konnte, kämpfte Jochen mit Albacete um den 4. Rang. Nach mehreren Attacken hatte Jochen thermische Probleme, ließ dann doch lieber abreißen und gab sich mit dem 5. Platz zufrieden. Teamkollege Körber wurde erneut Achter und hatte somit wieder die Pole für das letzte Rennen.
Körber konnte die Spitze zunächst verteidigen, auch als es gleich in der zweiten Kurve zu einer spektakulären Kollision kam. Das Feld geriet gehörig durcheinander, Lacko war schon auf den 2. Platz vorgeschossen, in der 3. Runde übernahm der Tscheche dann auch die Führung und gab diese bis zum Zieldurchlauf nicht mehr ab.
Derweil war Halm an Jochen vorbeigezogen und auch Vršecký nutzte seine Chance, als Hahn ein wenig von der Strecke abkam. Steffi hatte mittlerweile auch Körber überholen können und fuhr hinter Lacko einem ungefährdeten 2. Platz entgegen. Jochens technisch bedingte Schwierigkeiten hatten sich zwischenzeitlich gegeben, und er setzte zur Verfolgung Vršeckýs an. Als der Tscheche Jochens Teamkollegen Körber attackierte, gerieten die beiden Trucks aneinander. Dabei trug Körbers Iveco solch massive Beschädigungen davon, dass der Deutsche weit zurückfiel und zwei Runden vor Schluss in die Box fahren musste. Jochen hatte nun wieder zu Vršecký aufgeschlossen und versuchte nahezu ununterbrochen an dem Buggyra-Freightliner vorbeizuziehen. Auch wenn der Buggyra immer langsamer wurde, parierte Vršecký jeden Angriff. Zwischenzeitlich hatten gar Smith und Lenz, die nach dem Crash zu Rennbeginn weit zurück gefallen waren, wieder aufschließen können. Doch Vršecký schaffte es mit all seiner Routine den dritten Podiumsplatz vor Jochen ins Ziel zu retten.
Zwar hatte Jochen selbst am zweiten Renntag keinen Podiumsplatz mehr einfahren können, doch „Die Bullen von Iveco-Magirus“ standen wieder zweimal auf dem Treppchen bei der Teamwertung.
In der Gesamtwertung führt Lacko mit 232 Punkten vor Jochen und Kiss (beide 174), Steffi Halm (172) und Albacete (114).
„Ich bin zwar nicht direkt enttäuscht, doch gerade im letzten Rennen wäre wohl der dritte Platz allemal drin gewesen. Ich bin aber auch nicht bereit, wegen eines Punktes ein ganzes Rennen zu riskieren und mir vielleicht auch noch massive Beschädigungen einzuhandeln,“ meinte Jochen am Sonntagabend.
Vom Hungaroring aus fährt das Team direkt ins tschechische Most, wo schon am kommenden Wochenende, vom 1. bis 3. September, der 6. Lauf der Truck-Racing-Europameisterschaft der FIA stattfindet.

Link zu den Videos: https://www.youtube.com/c/FIAETRCEuropeanTruckRacingChampionship

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